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Aktuelles aus dem Landesverband

05.12.2025 11:28 Alter: 316 days
Von: M. Yassin

Vorsicht bei Energieanrufen: Immer mehr untergeschobene Verträge!

Ein neuer Trend sorgt für Ärger: Energieverträge, die ohne Zustimmung abgeschlossen werden. Wie das passieren kann und wie Sie sich effektiv dagegen wehren – erklärt die Verbraucherzentrale Niedersachsen.


Immer mehr Menschen berichten derzeit von unerlaubten Anrufen, frei erfundenen Kundendaten und plötzlich auftauchenden Vertragsbestätigungen, obwohl sie eindeutig keinen neuen Energievertrag abschließen wollten. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen schlägt Alarm: Unseriöse Anbieter versuchen offenbar vermehrt, Verbrauchern ungewollte Energieverträge unterzuschieben.
 

„In mehreren aktuellen Fällen haben Betroffene klar gesagt, dass sie keinen Vertrag wünschen und trotzdem erhielten sie wenige Tage später Vertragsunterlagen“, berichtet René Zietlow-Zahl, Energierechtsexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Besonders auffällig: In manchen Fällen stimmten die übermittelten Daten nicht einmal ansatzweise. „Wir haben Zählernummern gesehen, die es gar nicht gibt, Geburtsdaten, die unmöglich sein können, sowie erfundene Kontaktdaten“, so Zietlow-Zahl.
 

Zudem melden Verbraucher wieder verstärkt mehrfache Anrufe angeblicher Außendienstmitarbeiter. Solche unangekündigten Werbeanrufe können und sollten direkt der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Sie ist für die Ahndung illegaler Telefonwerbung zuständig und kann empfindliche Bußgelder verhängen.

Was tun, wenn plötzlich ein Vertrag im Briefkasten liegt?

Wichtig zu wissen: Energieverträge kommen ausschließlich schriftlich zustande. Telefonische Zusagen oder Aussagen gelten nicht als wirksamer Vertragsabschluss.

Trotzdem rät die Verbraucherzentrale zu schneller Reaktion:
 

  • Untergeschobenen Vertrag sofort schriftlich bestreiten
  • Den aktuellen Energieversorger umgehend informieren, dass kein Wechsel gewünscht ist, denn besonders Stromverträge werden heute oft automatisch und sehr schnell übertragen.
  • E-Mails und Briefe genau prüfen: Vertragsbestätigungen sehen häufig wie Werbung aus – und werden daher leicht übersehen.

So schützen Sie sich: Verhaltenstipps für Haustür und Telefon
 

An der Haustür

  • Unbekannten Vertreter*innen grundsätzlich keinen Zutritt gewähren.
  • Bei aufdringlichem Verhalten oder Weigerung, das Grundstück zu verlassen: Polizei rufen.

Am Telefon

  • Unerwünschte Werbeanrufe sofort beenden.
  • Keine persönlichen Daten nennen oder bestätigen.
  • Niemals unter Druck setzen lassen – Seriosität zeigt sich immer durch Transparenz, nicht durch Drängen.

Konsequentes Verhalten ist der beste Schutz vor unseriösen Vertriebspraktiken und ungewollten Vertragsabschlüssen.
 

Im Zweifel: Hilfe holen

Wer unsicher ist oder bereits betroffen, kann sich direkt an die Verbraucherzentrale Niedersachsen wenden – persönlich, telefonisch oder per Video-Beratung.
www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/beratung
 

Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen, Pressemitteilung vom 5. Dezember 2025